Datensicherung zu Hause – meine Strategie

Ein heikles Thema und mehrfach unterschätzt: Private Datensicherung. Sicherlich hat jeder schon einmal Daten verloren und sich danach tierisch geärgert und gesagt: Ab jetzt mache ich immer Backups und … nach ein paar Wochen lässt es nach, wenn nicht alles automatisch passiert.

Genau da liegt der Punkt. Es muss bequem sein und im besten Fall automatisiert passieren. Niemand will per Hand aller paar Tage zur Festplatte greifen, geschweige denn sich daran erinnern mal wieder ein Backup zu machen. Werte Leserin/Werter Leser, wann war denn dein letztes Backup?

Es gibt verschiedene Wege ein Backup zu machen und man kann mehrere hundert Euro ausgeben. Jede hat seine Vor-und Nachteile. Am Ende geht es aber darum, seine Daten gesichert zu haben, wenn die Festplatte kaputt geht, das Haus brennt oder man ausgeraubt wurde. Man wünscht es keinem, aber alles geht schneller, als man vielleicht denkt.

Ich habe derzeit meine Daten auf 3 verschiedenen Umgebungen. 2x zu Hause, 1x online. Das klingt vielleicht etwas paranoid, aber in der Summe durchaus sinnvoll. Dabei unterscheide ich noch in wichtige und unwichtige Daten. Wichtig: Dokumente, Bilder, Seriennummern oder Keys von Programmen, private Projekte – Dinge die so gesichert sein sollten, dass ich sie selbst dann noch habe, wenn der genannte Fall einmal eintreten sollte. Unwichtig: Alles was man wieder beschaffen kann. Dazu zählen vor allem Medien wie Musik und Filme. Dinge eben, die zwar gesichert werden sollen, aber, sollten diese wegkommen könnte man mindestens genauso weiterleben und es fehlt erstmal nix.

Wie gehe ich nun vor?

Amazon S3 und Arq – Online-Backup der wichtigsten Daten

Online sichere ich meine wichtigsten Daten automatisch aller 2 Tage über Arq bei Amazon auf einem S3-Storage. Derzeit lagern dort rund 35GB und zahle dafür rund 3-4 Euro im Monat. Dort landen alle Systemrelevanten Daten, um im Fall der Fälle einen Mac wiederherstellen zu können, ebenso alle Dokumente und die wichtigsten Bilder, voll automatisch. Arq ist dabei die Backup-Waffe schlechthin. Einmal mit den wichtigsten Meta-Daten konfiguriert und man hat keine Sorgen mehr:

Budget: Bestimmen, wie viel ich im Monat für ein AWS-Backup ausgeben möchte.
Daten: Welche Daten ich unbedingt im Fall der Fälle brauch bzw. Folder ausschließen – da jedes GB kostet, sollte man hier schon auswählen, was wichtig ist und was nicht.
Backup-Intervall: Aller wie viel Stunden ein Backup durchgeführt werden soll.

Arq einmal konfiguriert läuft es und man brauch nur noch die Amazon-Rechnungen abheften.
Anfangs war ich sehr skeptisch. Arq ist nicht gerade günstig, aber es funktioniert einfach und erleichtert ein Backup zu Amazon enorm. Es unterstützt nicht nur S3, sondern auch den neuen, mittlerweile schon alten Dienst, Amazon Glacier.

Time Capsule – ein komplettes Systembackup

Ein komplettes Systembackup läuft bei mir mit der Time Capsule und Time Machine von Apple. Das Ding ist nicht schlecht. Es läuft ebenfalls alles automatisch ab, das MacBook sichert aller paar Stunden alle Systemänderungen. Die Sicherung mehrerer MacBooks ist möglich – so teile ich mir die Platte mit meiner Freundin. Ordner wie Filme und Musik schließe ich hier ebenfalls aus, da das einfach zu viel wäre für ein Backup. Das ist nicht Lebensnotwendig. Nachteil an der TimeCapsule ist hier einzig und allein Apple. Es ist zwar perfekt in das Ökosystem der Apfelwelt eingegliedert, aber die TC und TM haben ihre Eigenarten, definitiv. Aus dem Nichts löscht es mein komplettes Backup, welches Daten über mehrere Monate beinhaltet. Weiterer Negativpunkt eines Time Machines Backup ist, dass es einem erst nach dem Backup sagt, dass es durch das erstellen eines aktuellen Backups alte Stände gelöscht hat. Es stört mich nicht so sehr, aber trotzdem erwarte ich etwas anderes, das sollte nicht vorkommen bei einem System, was verspricht, über Monate Daten zu sichern und bequem wiederholen zu können.

Nachteil der TC ist, dass diese nur eine Platte verbaut hat und die Möglichkeit eines Ausfalls sehr hoch ist.
Ein weiterer Vorteil ist, sie spendet der Katze an kalten Tagen viel Wärme…

Katze sitzt auf der Time Capsule

NAS – das Backup bzw. Lager- und Sammelstätte der unwichtigen Daten

Auf der NAS lagern seit neustem alle möglichen relativ unwichtige Daten. Vor allem ist es meine Streaming-Station im Netzwerk, um mit dem AppleTV oder MacBook darauf zuzugreifen können. In der NAS laufen zwei Festplatten mit je 2TB in einem RAID. Wenn eine der Platten ausfällt ist die zweite immer noch zur Absicherung da. So die Theorie. Auch hier sind noch einmal alle Daten die schon auf der Time Capsule und bei Amazon lagern. Sicher ist sicher… Zwar nicht immer so aktuell, wie bei den beiden anderen, aber immerhin noch eine weitere Kopie.

Es ist auf jeden Fall ein besseres Gefühl Daten irgendwo fest zu lagern, als auf einem MacBook oder externen mobilen Festplatte zu haben, die eben wegen der Mobilität anfälliger sind für Schäden.

Das nächste Ziel ist es von unterwegs auf die NAS zugreifen zu können und/oder ein Backup auf die Time Capsule machen zu können. Mit IPv6 sollte das in Zukunft kein Problem sein. Leider ist die Bereitstellung einer IPv6 Adresse für Private DSL-Anschlüsse nicht gerade weiter vorangeschritten.

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